Mit Freude verkündet: In Deutschland sind erstmalig eine Million Elektroautos zugelassen – ein „Meilenstein“. Verkehrsminister Andreas Scheuer setzt bereits ein neues Ziel: 14 Millionen sollen es im Jahr 2030 sein.  Ist das die Verkehrswende, von der alle reden?

Nach einer gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) vom 02. August 2021, sind erstmalig eine Million Elektroautos in Deutschland zugelassen. Damit habe Deutschland, nach Aussage des Wirtschaftsministers Peter Altmaier, einen „entscheidenden Meilenstein“ erreicht.

Der ursprünglich gesetzte Zeitpunkt wurde allerdings um ein Jahr verpasst: Schon 2008 wurde auf der Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität von der damaligen Bundesregierung eine elektrische Zukunft ausgerufen. Nicht nur sollten bereits 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein, sondern Deutschland sollte auch Leitmarkt für Elektromobilität werden. Zumindest zu ersterem lässt sich sagen: Besser spät als nie. Wobei der Schein durchaus trügt. Unter den eine Million Elektrofahrzeugen sind nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes nur 54% rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge und 46% Plug-In-Hybride.

Obwohl die Elektromobilität ein wichtiger Baupfeiler sein kann, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren , stellt sich angesichts der gegenwärtig desaströsen Situation des Öffentlichen Verkehrs die Frage, ob bei dieser Nachricht wirklich Grund zum Feiern besteht. Denn klar ist, ob mit Elektro- oder Verbrennungsantrieb, die Alleinfahrt im eigenen PKW bleibt ineffizient.