Protokoll KI-Lunch #1

Veranstaltungsort/-zeit: Codeks Wuppertal, 14.01.2020, 11.30-13.30 Uhr

Vortragender: Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen

Thema/Titel: Daten – der Treibstoff der Mobilität von morgen

Anzahl Teilnehmer: 40 Personen

 Am 14.01.2020 hat der erste KI-Lunch des Projekts Rethinking Mobility stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von der Bergischen Universität Wuppertal organisiert und durchgeführt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Kathrin Schönefeld, Projektleitung Rethinking Mobility, mit einer kurzen Einführung zu den Projektzielen von Rethinking Mobility und dem Konzept der Veranstaltungsreihe „KI-Lunch“. Im Anschluss an die Projekteinordnung hat Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen einen Impulsvortrag zum Thema „Daten, der Treibstoff der Mobilität von morgen“ gehalten.

Mobilität: Was ist das eigentlich? Fakten und Zahlen zur Mobilität in Deutschland

Der Impulsvortrag begann mit einer Definition des Mobilitätsbegriffs, der im Rahmen von Rethinking Mobility und dem Gesamtvorhaben Bergisch.Smart_Mobility gültig ist. Mobilität beschreibt demzufolge räumliche Mobilität, also die Beweglichkeit von Personen und Gütern im geografischen Raum. Verkehr wiederrum ist die realisierte Mobilität, die eine Ortsveränderung von Personen oder Gütern meint. Erstaunlich ist zudem, dass die Verteilung der genutzten Verkehrsmittel sich von 2002 bis 2017 nur geringfügig verändert hat. Trotz der Nachhaltigkeits- und Klimaschutz-Bewegung der vergangenen Jahre, ist der motorisierte Individualverkehr nach wie das meistgenutzte Verkehrsmittel (Quelle: BMVI, https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/mobilitaet-in-deutschland.html, Januar 2020).

Digitalisierung in der Mobilität: Gestern, heute und…

Den Blick in die Vergangenheit und Gegenwart der Mobilität hat Prof. Dr. Tobias Meisen mit Statistiken zu Nutzern von technologischen oder technologieunterstützten Mobilitätslösungen begonnen. Der prototypische Nutzer dieser Angebote ist jung, männlich und lebt im urbanen Raum. Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen hat Beispiele aus dem Carsharing und der Routenplanung bzw. Straßennavigation gewählt. Besonders bei der Routenplanung und Straßennavigation hat die berufsbedingte Mobilität einen erheblichen Einfluss auf das Verkehrsgeschehen. Berufstätige legen die Hälfte ihrer wöchentlichen Mobilitätsleistung auf dem Arbeitsweg zurück.

Verschiedene Faktoren werden in die Verbindung mit einer geringeren Verkehrsleistung gebracht. Es kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass Homeoffice-Regelungen die Verkehrsleistung reduziert. Arbeitskonzepte wie Homeoffice-Regelungen haben keinen direkten Einfluss auf die Verkehrsleistung, da dieser Zusammenhang vielschichtiger und individueller gesehen werden muss. Erst ab mehreren Homeoffice-Tagen pro Woche kann die Verkehrsleistung signifikant reduziert werden. Ein zweiter Aspekt, der mit einer verringerten Verkehrsleistung in Verbindung gebraht wird ist eCommerce. Die Möglichkeit Waren online zu bestellen suggeriert, dass Personen weniger häufig die Innenstädte aufsuchen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass kein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Onlinebestellungen und der Häufigkeit des Erwerbs von Gütern in real existierenden Geschäften existiert.

Dieser Abschnitt des Vortrags hat Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen mit einem Beispiel für eine gelungene, übergreifende und integrierte Mobilitätslösung abgeschlossen. Am Beispiel Google Maps und dessen Entwicklung hat er die technischen Möglichkeiten und sozialen Wirkungen aufgezeigt. Hierbei hat er besonders die umfänglichen Möglichkeiten und die integrierten Services betont. Der Weg von einer Navigationsmöglichkeit hin zu einer umfangreichen App, die kaum Services vermisst wurde deutlich erläutert. Ebenso wurden die geplanten und denkbaren Entwicklungsschritte diskutiert.

Digitalisierung in der Mobilität: …und morgen

Die Zukunft der Mobilität hat Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen mit einer Übersicht der bereits heute existierenden Technologien begonnen. Die Lebensbereiche, die von einem Konzern wie Google bedient werden ist nahezu lückenlos und beinhaltet wesentlich mehr als Google Maps und Gmail. Das Geschäftsmodell und die Ziele des Konzerns Google wurden beschrieben und die Entwicklung des Werts des Unternehmens aufgezeigt. Wie in der Vergangenheit und in der Zukunft mit Konkurrenten des Unternehmens umgegangen wird war ebenfalls Thema.

Nach Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen reichen die Möglichkeiten der Mobilität und Mobilitätsanbieter der Zukunft über das heute verwendete hinaus. Weitere Kooperationen und Optimierungen sind denkbar, wenn es beispielsweise um Routenplanungen im Zusammenhang mit Uhrzeiten oder vorherigen Aktivitäten geht. Wie diese Entwicklungen und Vorarbeiten von Städten und Kommunen nutzbar gemacht werden können war Teil seines Ausblicks in eine vernetzte Mobilität im SmartCity Kontext. Die Datenmengen, die einen Konzept wie Google durch die verschiedenen Angebote vorliegen ist überwältigend und bieten ein großes Potenzial bei der Auswertung und Prognose von Mobilitätsdaten und Bewegungsmustern. Dieser Wert ist ein Alleinstellungsmerkmal von Google, da nur diesem Konzern diese Datenmengen vorliegen und tagtäglich weitere generiert werden.